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Lesetipps

Wolfgang Gehrcke, Christiane Reymann: Das Kapital

Ein Buch der Bücher nicht nur für Linke

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In Zeiten wie diesen wird ein Klassiker aktueller denn je.
Im November 2017 jährt sich die Herausgabe von Band 1 des Hauptwerks von Karl Marx »Das Kapital« zum 150. Male. Der Papyrossa Verlag hat aus diesem Anlass dieses nette Buch editiert: Für alle, die schon immer wissen wollten, wie der Kapitalismus funktioniert, bietet diese illustrierte Kritik der politischen Ökonomie – mit Cartoons und kurzen Textauszügen - eine anschauliche Einführung und einen Anreiz zum Lesen des Originals.
Urte Sperling und Georg Fülberth aus Marburg gehen zwei Geheimnissen des Mehrwerts und dem blinden Fleck in der Marxschen Arbeitswerttheorie nach.
Harald Werner setzt sich mit der digitalen Mutation des Kapitalismus auseinander und Christiane Reymann mit der Notwendigkeit, die Befreiungstheorie fortzuschreiben, indem die Ausbeutung und Kolonisierung von Frauen einbezogen wird.
Wolfgang Gehrcke wiederum steuert eine Auseinandersetzung »Wider die Marx-Töter«  (mit deren wechselnden Methoden und gleich bleibenden Absichten) bei.
Mit einem Vorwort von Sahra Wagenknecht.

Wolfgang Gehrcke, Christiane Reymann: Das Kapital
Papyrossa 2017, Kt., 75 Seiten, mit Illustrationen
10,00 €
978-3-89438-647-4
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Bill Clegg: Fast eine Familie

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Der Roman beginnt mit einer Katastrophe: einer Explosion, die ein ganzes Haus zerstört und vier Menschen in den Tod reißt. Es ist das Sommerhaus der New Yorker Kunstagentin June, deren Tochter dort am nächsten Morgen heiraten sollte. Die Tochter und der Bräutigam gehören zu den Opfern, ebenso der Exmann und ihr Geliebter. June, völlig verstört, setzt sich in das Auto des Brautpaars und fährt los. Als sie im Auto irgendwann die Tagebücher ihrer Tochter entdeckt, lässt sie sich von diesen quer durch die USA leiten. Eine seltsame Trauerreise beginnt.

 Bill Glegg erzählt seinen Roman aus elf verschiedenen Perspektiven von elf Menschen, von denen jeder in einer Beziehung zu den vier Todesopfern stand – und aus diesen Erzählungen setzt sich nach und nach die Geschichte dieser Katastrophe zusammen. Dabei geht es auch um Schuld, mehr aber darum, was die Menschen zwar trennt und was sie trotz aller Spannungen und aller Unterschiede wieder miteinander verbindet.

Bill Clegg: Fast eine Familie
S.Fischer 2017, HC, 320 Seiten
22,00 €
978-3-10-002399-5
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Joakim Zander: Der Bruder

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Nach seinem ersten extrem spannenden Buch "Der Schwimmer" nun der neue Thriller von Joakim Zander.
Wo du herkommst, gibt es keine Zukunft. Wo Du hingehst, gibt es kein Zurück.
Yasmine Ajam ist ihrer Vergangenheit und der rauen Stockholmer Trabantenstadt Bergort entflohen, sie arbeitet unter prekären Bedingungen in New York. Eine alarmierende Nachricht lässt sie nach Jahren zurückkehren: Ihr jüngerer Bruder Fadi wird vermisst, angeblich ist er tot. Und in den Straßen der Vorstadt droht die Gewalt zu eskalieren – Autos brennen, Schlägertrupps sind unterwegs. Hat Fadis Verschwinden damit zu tun? Yasmine gibt die Hoffnung nicht auf, ihren Bruder lebend zu finden.
Klara Walldéen forscht in London für eine Menschenrechtsorganisation. Im Vorfeld einer internationalen Sicherheitskonferenz wird ihr Computer gestohlen, kurz darauf kommt ein Kollege zu Tode. Dass ihre Arbeit brisant ist, weiß Klara. Aber wer könnte bereit sein, dafür töten?
Zurück in Stockholm begegnen sich Yamine und Klara: Beide auf der Suche nach der Wahrheit und beide in großer Gefahr.

Joakim Zanders Thriller erinnern an Stieg Larssons Trilogie, sind dabei aber komplexer, schneller und realistischer.

Joakim Zander: Der Bruder
Rowohlt Verlag 2016, Br. , 464 Seiten
14,99 €
978-3-499-26889-2
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Didier Eribon: Rückkehr nach Reims

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Didier Eribon, geboren 1953 in Reims, Foucault-Biograph, lehrt Soziologie an der Universität von Amiens und gilt als einer der wichtigsten Intellektuellen Frankreichs. In seinem aktuellen Buch "Rückkehr nach Reims" setzt er sich mit seiner eigenen Herkunft aus der Arbeiterschicht und mit seiner Homosexualität auseinander. Dabei liefert er eine profunde Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens in Frankreich seit den fünfziger Jahren.
Als sein Vater stirbt, reist Didier Eribon zum ersten Mal nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt. Gemeinsam mit seiner Mutter sieht er sich Fotos an – das ist die Ausgangskonstellation dieses Buchs, das autobiografisches Schreiben mit soziologischer Reflexion verknüpft. Eribon realisiert, wie sehr er unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus litt und dass es der Habitus einer armen Arbeiterfamilie war, der es ihm schwer machte, in der Pariser Gesellschaft Fuß zu fassen. Darüber hinaus liefert er eine Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens seit den fünfziger Jahren und fragt, warum ein Teil der Arbeiterschaft zum Front National übergelaufen ist.

Didier Eribon: Rückkehr nach Reims
Suhrkamp Verlag 2016, Br., 237 Seiten
18,00 €
978-3-518-07252-3
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Christian Baron: Proleten, Pöbel, Parasiten

Warum die Linken die Arbeiter verachten

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Warum gibt es in linken Gruppen so wenig Mitglieder ohne akademischen Hintergrund? Wieso gewinnt ausgerechnet die AfD die Stimmen der Arbeiter? Und wieso glauben Menschen, die Welt mittels veganer Ernährung verbessern zu können?
Die Unterschicht ist ungebildet und schuld an ihrer prekären ökonomischen Situation – so lautet ein verbreitetes Vorurteil. Christian Baron, selbst Arbeiterkind, erlebte, dass diese Meinung auch in der linken Bewegung existiert. Entlang seiner eigenen Biografie untersucht er die gesellschaftlichen Konsequenzen einer scheinbar fortschrittlichen Politik, die sich von ihrer ursprünglichen Klientel – der Arbeiterschaft – weit entfernt hat. Das Buch ist keine Abrechnung mit den Linken, sondern plädiert für ein Überdenken politischer Zielsetzungen und fordert vor allem eins: die Interessen und Nöte der Arbeiterinnen und Arbeiter dringlicher in aktuelle Debatten und Kämpfe einzuschreiben.
Baron zeigt, wie rigoros separiert die sozialen Welten sind, in denen sich die akademische Linke auf der einen, Arbeiter und Unterschicht auf der anderen Seite bewegen. Und er spielt die soziale Frage nicht gegen Political Correctness und Minoritätenpolitik aus, wie es zur Zeit häufig passiert.

Christian Baron: Proleten, Pöbel, Parasiten
Verlag Das neue Berlin 2016, Br. , 288 Seiten
12,99 €
978-3-360-01311-8
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Slavoj Zizek: Absoluter Gegenstoß

Versuch einer Neubegründung des dialektischen Materialismus

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Der slowenische Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Žižek schließt mit seinem neuen Buch ›Absoluter Gegenstoß. Versuch einer Neubegründung des dialektischen Materialismus‹ an seine Hegel-Neudeutung ›Weniger als Nichts‹ aus dem Jahr 2014 an. Ausgehend von Hegel versucht er eine Neubestimmung des philosophischen Materialismus.
Neu an Žižeks Version des dialektischen Materialismus ist vor allem die Integration der Psychoanalyse, geprägt von den Begriffen des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan. Der zweite entscheidende Einfluss ist, wie gesagt, der deutsche Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel, aus dessen Werk auch der Ausdruck "absoluter Gegenstoß" stammt. Gemeint ist damit ein paradoxer Prozess, in dem ein Wesen sich von sich selbst abstößt, sich verliert und dadurch erst Identität gewinnt. Das Wesen richtet sich dabei nur gegen sich selbst; es kommt nichts von außen dazu, der dialektische Prozess der Abstoßung und Identitätsbildung verläuft intern.
Bei aller scheinbarer Trockenheit der Materie, ist Zizek immer auch ein guter Unterhalter. Allein sein absurder Witz bei seiner Deutung des Kinder-Überraschungseis mit Lacan und Platon etwa ist einfach komisch.

Slavoj Zizek: Absoluter Gegenstoß
S. Fischer Verlag 2016, HC , 653 Seiten
28,00 €
978-3-10-002396-4
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Hans Platzgumer: Am Rand

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Ein Mensch steigt früh am Morgen auf einen Berg. Sobald es dunkel ist, will er einen letzten Schritt tun. Auf der Klippe sitzend, legt er Zeugnis ab. Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Als Kind hat er seinen ersten Toten gesehen. Später hat er zwei Menschen eigenhändig den Tod gebracht: Er erlöste seine Mutter vom terrorisierenden Großvater und seinen besten Freund von dessen Leiden. Doch ist er damit zum Mörder geworden? Gerold stammt aus einem Tiroler Schattenloch, als Kind nach Vorarlberg ausgewandert, gedemütigt, versagt als Karateschüler, Schriftsteller und Liebhaber und wirkt dabei seltsam kraftlos und einsam. Und doch wird er Teil einer eingentümlichen Liebesgeschichte, entscheidet sich dabei nochmals gegen das Gesetz und findet so ein eigenes kleines Glück, das ihm der Tod wiederum nimmt...

Hans Platzgumer: Am Rand
Zsolnay Verlag 2016, HC , 208 Seiten
19,90 €
978-3-552-05769-2
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